Der mit den Hunden brüllt
18.04
Zum ersten Mal werden wir von Muhen und Glockengeläut geweckt, als wir schließlich aus dem Zelt krabbeln sehen wir Kühe auf der anderen Seite des Flusses. Wir hätten schwören können die Geräusche wären von viel näher gekommen. Wir packen zusammen und starten die Navigation. Der Weg den Komoot vorschlägt ist allerdings eine holprige Schotterpiste, also drehen wir um und fahren zurück auf die Hauptstraße. Das Wetter ist nicht so heiß wie die letzten Tage, die Landschaft ist immer noch so schön und abwechslungsreich wie zuvor.
Wir sind im Redemodus, führen eine einstündige Diskussion über Religion und Kapitalismus (weil wir zwei solche Experten sind...) und so erreichen wirschnell Serres, die erste größere griechische Stadt nach der Grenze.
Dort wird sich in die Fußgängerzone gesetzt und lecker gegessen. Wir kommen uns ulkig vor denn ansonsten sind nur sehr stylisch angezogene Menschen in diesem Cafe... und wir!
Das Essen war super, die Bedienung freundlich und sehr unerwartet schien sie sich dafür zu interessieren was wir hier tun. Schleßlich stellte sich heraus das am Nebentisch der Inhaber des Ladens saß. Dieser konnte allerdings kein Englisch und so musste die arme junge Frau wie eine Eule zwischen uns dolmetschen.
Sie fragte, ob wir noch etwas Proviant für die Reise benötigen würden... natürlich umsonst. Das wir uns sowas nicht entgehen lassen war selbstverständlich und so brachte sie uns zwei leckere belegte Sandwiches und vier kleine Flaschen Wasser.
Das war doch nett. Keine zwei Minuten später war sie wieder da und fragte uns ob wir auf Instagram ihr Restaurant verlinken/ bzw. erwähnen könnten.
So fühlt es sich also an seine Seele zu verkaufen... aber auch irgendwie lustig, diese Erfahrung!
Der Aufbruch gestaltete sich etwas überstürzt, da sich am Himmel plötzlich dunkle Wolken über Serres auftürmten. Unser kleines Ziel war der Lidl kurz ausserhalb der Stadt den wir nach einem echten Spurt auch erreichten. Kaum waren wir unter dem Dach begann es zu donnern und blitzen, es folgte ein ordentlicher Guss den wir aber glücklicherweise dort aussitzen konnten.
Der Preis dür den schnell davonziehenden Regen war jedoch stärkerer Gegenwind auf dem Rest der Etappe.
Trotzdem versuchen wir die 100 km zu schaffen und kommen gut durch, nur kurz aufgehalten von einem Matschweg der uns zwingt die Räder wieder 20 Minuten von der Erde zu befreien.
Ziemlich fertig kommen wir abends an unserer Zielmarke an, finden zum Glück einen guten Schlafplatz entlang der Straße und ganz in der Nähe eine Wasserquelle. Das ist wirklich eine super Situation!
Schnell wird gegessen und sich dann ins Bett gelegt. Aber schlafen... weit gefehlt. Simon treibt einen Radiosender auf und so liegen wir im Dunklen und lauschen dem Spiel der Eintracht gegen Benfica Lissabon. Als abgepfiffen ist erfüllen Jubelschreie das griechische Tal und zwei verschwitzte Deutsche liegen sich in ihrem Zelt in den Armen.
Dann soll es schlafen gehen, doch unser Jubel hat einen Straßenhund angelockt welcher nun seit einer halben Stunde in der Nähe unseres Zeltes bellt. Mit Messern und Kochgeschirr bewaffnet entscheiden wir uns zum Gegenangriff und vertreiben den Hind durch starkes Brüllen. Simon hat Blut geleckt und verfolgt den Hund noch eine Weile um sicherzugehen das er nicht zurückkommt.
Zufrieden mit unserer Leistung geht es nun endlich fröhlich schlafen. Denn morgen geht es zum ersten Mal für diese Reise ans Meer !





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