Endlich angekommen!

25.04

Unser unerwartet idyllisches Nachtlager verlassen wir diesen morgen etwas früher als die letzten Tage, denn wir haben eine lange, und gleichzeitig unsere letzte Etappe vor uns. Wir schwingen uns auf die Räder und halten wenig später bei einer Bäckerei an. Mit wunderbarem Meerblick verdrücken wir ein bisschen Börek und beschweren uns über unsere Unfähigkeit so viel zu essen wie wir gewohnt sind.
Der Weg nach Istanbul erfolgt wie schon die letzten Tage auf dem Seitenstreifen einer sehr großen Straße / Autobahn. Als diese dann wirklich zu einer Autobahn wird und der Seitenstreifen verschwindet sind wir gezwungen auf kleinere Straßen durch die Orte auszuweichen. Diese sind zwar etwas abwechslungsreicher aber in diesem Teil der Küste sehr steil und so mühen wir uns teilweise ziemlich ab.

Nach bereits anstrengender Fahrt erreichen wir schließen die große Halbinsel hinter Büyükçekmece. Hier erklimmen wir einen der längsten und steilsten Aufstiege unserer Tour um durch die Stadt hindurch die Spitze des Berges zu erreichen. Oben angekommen stoßen wir wieder auf die Autobahn, die hier links und rechts von zweispurigen Ein- und Ausfahrtsstraßen flankiert wird. Der Verkehr hier ist abnormal! Hinzu kommt, dass es nun sehr steil bergab geht. 
Wir machen uns also an den Höllenabstieg. Vorbei an Lärm, Luftverschmutzung und Leuchtreklamen zieht es uns weiter herab, bis wir endlich bei Avcilar über die nächste Brücke fahren und uns erstmal an den Tarihi haylayf Strand legen. 
Bei Kaktuseis und Nüssen genießen wir die Abendsonne und die Strapazen sind bereits fast wieder vergessen.
Nun geht es an die letzten 20 km zum Hostel und erstmal wird es wieder schlimmer während wir nah am kürzlich geschlossenen Atatürk Flughafen vorbei fahren. Dann treffen wir jedoch auf einen wunderbaren blauen Radweg, der uns bis fast ans Hostel begleitet. 

Und dann ist es so weit: Wir steigen ab, Blick auf den Bosporus gerichtet, die Fäuste geballt in die Luft gestreckt.
WIR HABEN ES GESCHAFFT!!!
Wir fallen uns in die Arme und setzen uns überglücklich auf die Ufermauer. Nach 6 Wochen mit dem Rad über Stock und Stein, durch überflutete Täler und verschneite Gebirge sind wir endlich hier, endlich angekommen!

Neue und alte Freunde haben uns begleitet, große und kleine Städte haben wir auf unserem Weg bewundert. Wir haben viel gelernt, von den Machenschaften der serbischen Politiker bis zu den Errungenschaften der alten Griechen. Wir haben entkräftet und verzweifelt gegen sich bewegende Luft gekämpft sowie erstrahlend und vergnügt in der Sonne getanzt. 
Schon bis hier hin war unsere Reise ein großes Abenteuer und wir sind gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden.

Nun aber erstmal ins Hostel. Moment, da sind doch Delfine im Wasser oder nicht? Die Japanerinnen neben uns haben sie zuerst gesehen und tatsächlich tauchen immer wieder einige Flossen vor uns aus dem Wasser auf. Wir sind begeistert und schauen noch ein bisschen zu. Später am Abend, nachdem unsere Räder sicher im Keller verstaut sind und wir bereits das erste Köfte-Sandwich vor der blauen Moschee verdrückt haben, sitzen wir auf der gemütlichen Dachterasse unseres Hostels und plaudern mit den vielen anderen Gästen. 
Fast vergessen wir unsere grummelnden Mägen in diesen Momenten. Auf jeden Fall schlafen wir aber unglaublich erschöpft jedoch auch glücklich ein.










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