„Heute guckt keiner mehr!“

23.04

Wir wachen von Meeresrauschen auf, allerdings passt das Wetter nicht zu dem schönen Geräusch. Es ist kühl, aber nicht unangenehm, leider aber bewölkt und diesig. 
Trotzdem sind wir gefangen von dem Blick direkt auf das Wasser und der kleinen dünenartigen Erhebung davor. Könnte auch irgendwie Rügen sein. 
Allerdings ist es sehr vermüllt am Mittelmeer, uns wird schmerzlich bewusst wie unachtsam wir Menschen mit unserer Umwelt umgehen. 

Für unsere Etappe steht heute wieder ein Grenzübergang an, denn heute geht es in die Türkei! 
Wir lassen Alexandroupoli schnell hinter uns und sind schon bald kurz vor dem Grenzübergang bei Ipsala. In dem kleinen Ort davor müssen wir wegen unseren Mägen Pause machen und halten an einem kleinen Supermarkt, um unsere Vorräte aufzufüllen. 

Die Frau des Hauses spricht gutes Deutsch und auch ihr Mann kann es einigermaßen, jedenfalls ist er in Unterhaltungslaune. Wir erfahren seine Meinung zu Smartphones, dass er in Tittisee-Neustadt gelebt hat und folgenden legendengleichen Satz der es teilweise in unseren Blogtitel geschafft hat: 

„Hast du Freundin? Früher viele Fräulein als junge Mann. Heute guckt keiner mehr!“

Dazu versetzt er Philipp eine liebevolle Altherrenbackpfeife und geht lached seines Wegs. Was man eben kurz vor der griechisch-türkischen Grenze so erlebt. Wir fahren weiter nachdem wir unsere Hostels und Air-Bnbs für Istanbul und Israel abgeklärt haben und erreichen 10 km später die Grenzstation. Hier ist es sehr voll, die PKWs reihen sich aneinander aber wir können an ihnen vorbeifahren... ob wir das dürfen ist eine andere Sache. 

Und schon sind wir raus aus Griechenland, aber auch noch nicht in der Türkei, sondern im Grenzgebiet dazwischen. Die Leitplanken sind hier bis zur Hälfte blau-weiss und auf der anderen Seite weiss-rot angemalt und überall wehen die Landesfahnen... wenn hier mal nicht kompensiert wird! 

Am türkischen Grenzposten werden wir beim Drängeln von einem Mann angepflaumt (fairerweise), da dieser auf seinem Platz beharrt. Also lassen wir ihm seinen Willen, nur um eine Minute später vom Grenzbeamten wieder vor ihn geschickt zu werden weil kontrolliert wird. Innerlich feiern wir! 

Das Reststück des Tages verläuft unspektakulär, wir fahren auf der Autobahn meistens geradeaus auf dem Seitenstreifen und sehen nicht viel außer Hügel und mehr Hügel. Wir versuchen in jeder Ortschaft an Internet und Sim Karten zu kommen, schaffen es aber nicht und so heisst es erstmal keine Verbindung zur Welt ohne horrende Preise. 

Abends essen wir Köfte und Kebab in einem Cafe und merken es ist immer noch zu früh für unsere Mägen, wir sind wirklich verdammt empfindlich und ein auskurieren der Krankheit ist durch das Radfahren nur schwer möglich. Nach einem letzten großen Berg suchen wir in den Hügeln einen Schlafplatz und werden von einem freundlichen Hirten auf einen schönen Platz hingewiesen. Dort gibt es sogar Bänke und einen Wasserhahn. 

Zwar freuen wir uns über diesen schönen Ort, trotzdem liegen wir mit grummelnden Mägen in den Schlafsäcken und wissen nicht so recht wie es weitergehen soll mit unserem Essverhalten bis Istanbul. 





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