Soul Retreat in Belgrad
07.04
Wir wachen ganz entspannt auf, in unserem Zimmer fühlen wir uns wohl, nur sieht es merkwürdig aus, da ziemlich viel des Interieurs abgedeckt ist durch unser trocknendes Außen- und Innenzelt sowie unser Footprint (Zeltunterlage).
Der Rest des Platzes wird von den Radtaschen beansprucht, welche mittlerweile doch auch schon arg staubig sind.
Zunächst wird gegoogelt wohin wir frühstücken gehen wollen und entdecken so das Cafe Aviator welches sich nur fünf Gehminuten von unserem Hostel entfernt befindet.
Also Turnbeutel packen, Sonnencreme auftragen und schon geht es los in den wunderschönen Belgader Tag.
Wir haben perfektes Wetter, 23 Grad und Sonnenschein!
Auf dem Weg zu Cafe kommen wir am Hotel Moskau vorbei, ein für unseren Geschmack viel zu nobel eingerichteter Schuppen mit schrecklicher Klaviermusik vom Band, dafür aber toller Fassade.
Doch schon eine Minute später hat uns unser Cafe in den Bann gezogen.
Super stylisch eingerichtet und mit einem überaus freundlichen Kellner fühlten wir uns hier gleich zuhause. Das Essen war sehr gut, der Preis unschlagbar. Für nur 10 Euro pro Person konnte jeder von uns drei „Gerichte“ essen ud noch ein Getränk bestellen. Spitze !
Gestärkt ging es raus und ein wenig durch die Stadt tinglen, erstes großes Ziel war dann der Dom von Sava.
Generell gibt es viele tolle Kirchen in Belgrad, allerdings war uns die Art den Glauben zu praktizieren doch etwas suspekt.
In jeder Kirche hinge dutzende von Heiligengemälden vor denen sich bekreuzigt wurde, nur um danach Geld in einen eingenähten Schlitz neben dem Bild zu werfen.
Weiterhin standen vor jeder Kirche wirklich viele bettelnde Menschen. Die stärkere Armut im Vergleich zu den EU-Ländern ist auch in der Metropole Belgrad deutlich zu spüren.
Am Dom von Sava angekommen, flätzen wir uns zunächst auf steinerne Bäke um etwas zu dösen, ehe wir in die sich leider in der Renovierung befindende Kirche eintraten. Besichtigen ließ sich nur das Untergeschoss, dieses war allerdings auch sehenswert. So viel vergoldetes auf einmal haben wir lange nicht gesehen, alles glänzt und glitzert.
Nach der Stippvisite gehts zurück ans Tageslicht und wieder mehr Richtung Innenstadt und Burg von Belgrad. Wir versuchen unsere ungarischen Forint umzutauschen, doch erst die fünfte Wechselstube nimmt diese an. Wir sind verwundert, da die beiden Länder ja direkte Nachbarn sind. Aber es hat ja dann doch geklappt.
In der Innenstadt sehen wir etwas was uns beiden sehr gut gefällt. Eine der Straßen ist abgesperrt, der Verkehr wird umgeleitet und auf diesem Straßenstück stehen eine Musikanlage mit guter Musik, eine Tischtennisplatte, ein provisorisch abgegittertes Fussballfeld und viele Serben die es sich hier gutgehen lassen. Genau unser Geschmack und so holen wir uns in einer Bäckerei Börek und schauen dem Treiben eine Weile zu.
Zu den Klängen von Funkytown verlassen wir nach der Pause die Feiernden und Spielenden und laufen zur Burg.
Das Areal dort ist sehr groß und man hat schöne Aussichten auf die Flüsse und Brücken von Belgrad.
Wir drehen eine Runde und wollen eigentlich noch zur Hauptfestung als wir merken das sich in dieser das Militärmusem der Stadt bedindet. Wir betraten einen der ummauerten inneren Ringe der Wallanlagen und sahen uns aller Arten von Panzern und anderem Kriegsgerät gegenüber. Das passte so gar nicht hierher und wir entschieden uns daher die Festung auszulassen.
Also weiter über die Burganlage, welche leider immer touristischer wurde. Überall gab es kleine Stände mit Popcorn oder Souveniers zu kaufen und generell war es uns zu überlaufen. Auf dem Rückweg sahen wir dann eine Gruppe älterer Serben in einem Kreis einen schunkelnden Tanz zu den Klängen eines Akkordeons tanzen. Das war dann wieder ein schöner Eindruck von der Lebenslust die die Serben in Belgrad wirklich versprühen.
Anschließend tranken wir einen Kaffee/Tee in der Fußgängerzone und kehrten ins Hostel zurück.
Dort lernten wir Arabella kennen, eine Deutsche mit serbischen Wurzeln welche als wissenschaftliche Mitarbeiterin im deutschen Bundestag abeitete.
Wir verstanden uns direkt gut und verabredeten uns daher zum gemeinsamen Abendessen. Wir alle hatten Lust auf serbische Küche und so empfahl Arabella das Restaurant Tri Šešira im Szeneviertel der Stadt, welches zusätzlich zur landestypischen Küche noch Livemusik zu bieten hatte.
Das Lokal war wirklich klasse, das Essen schmeckte super und von Arabella konnten wir noch viel über die Traditionen, Religionen und Besonderheiten der Serben und des Balkans lernen.
Nach diesem schönen Tagesabschluss schlenderten wir zum Hostel zurück, tranken noch einen letzten Kaffee zusammen und verabschiedeten uns von ihr. Da wir am nächsten Morgen Richtung Sofia starten wollten musste noch ein wenig geplant und gepackt werden.
Schließlich legten wir uns ins Bett und freuten uns über diesen tollen Tag in Serbiens Hauptstadt der gerade unseren Köpfen nach der anstrengenden Zeit vorher sehr gut getan hat.









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