Täglich grüßt das Murmelt...
24.04
...wohl eher unsere Mägen!
Die Nacht war wärmer als gedacht, es ist sonniger, nicht mehr so bewölkt und während wir zusammenpacken ziehen die Hirten mit ihren Schafherden aus der kleinen Stadt Kadiköy wieder hinaus und direkt an unserem Zeltplatz vorbei.
Weitere 100 km gilt es zu schaffen, zudem wollen wir die erste türkische Stadt am Meer auf unserer Route durchfahren: Tekirdag! Dort hoffen wir ebenfalls Internet zu finden.
Die Strecke bis Tekirdag ist ein einziges 60 km langes hügeliges Etwas auf immer der gleichen Autobahn mit der immergleichen Landschadt hinter deren Hügelkuppen bereits die nächste in Sicht ist... etwas ermüdend dieses ständige schnelle Abfahren und schneckengleiches Gekrieche am Berg. Aber wir schaffen es! Zwischendurch machen wir Pause an einer Tankstelle und essen etwas kleines, nämlich unseren ersten Börek in der Türkei.
Was uns jedoch auffällt ist die Freundlichkeit und der entgegengebrachte Respekt der anderen Verkehrsteilnehmer. Gefühlt jeder entgegenkommende und überholende Trucker hupt und winkt uns aufmunternd zu, ganz zu schweigen von den vielen Motorradfahrern! Diese kleinen Erfolge und Aufmunterungen helfen uns beim Weiterfahren und so erreichen wir gegen 15 Uhr Tekirdag.
Hier ist es das erste Mal voll, laut und chaotisch. Wir erahnen einen kleinen Vorgeschmack auf Istanbul und seine Vororte und bereits hier wird uns das alles beherrschende Motto bewusst: „Dreistigkeit siegt!“
Bei keiner erkennbaren Logik in Bezug auf Zebrastreifen oder Vorfahrt ist es eben oft die forschere Art welche über das Weiterkomen entscheidet.
Letztlich wollen wir hier schnell wieder raus, daraus wird allerdings nichts, denn wir benötigen fast 1,5 Stunden um eine neue Sim-Karte zu erhalten, da der Handykartenverkäufer anscheinend Simons gesamte Lebensgeschichte benötigt um die Karte zu aktivieren und noch dazu einen Stapel an Formularen ausfüllen muss... in Serbien war das irgendwie einfacher.
Nach langer Wartezeit ist es geschafft, das obligatorische Foto für den Handyverkäufer, der mittlerweile verstand was wir hier tun, ist geschossen und so können wir weiterfahren, wohlwissend das es noch 40 km bis zu unserem Tagesziel bei Marmara ist.
Zudem drückt uns die Problematik, dass es ab hier immer urbaner und landwirtschaftlicher wird und daher die freien Grünflächen rar werden. Trotzdem schaffen wir die erforderten Kilometer und gehen noch kurz an einem Kiosk ein Abendessen verputzen da keiner von uns mehr Nudeln und Reis zum Abendessen sehen kann, geschweige denn dass wir normale Portionen essen könnten.
Auch hier wollen viele Menschen mit uns kommunizieren, sind freundlich und zuvorkommend, allerdings gibt es wenig Möglichkeiten auf einer gemeinsamen Fremdsprache eine Gesprächsbasis zu finden. Dann eben mit Zeichensprache!
Am heutigen Ziel angekommen finden wir zunächst keinen Schlafplatz und denken schon wir müssten noch weiterfahren, doch dann sehen wir noch eine Möglichkeit und finden doch tatsächlich unter einem kleinen Hain Bäumen direkt neben einem Feld einen sehr geeigneten Zeltplatz.
Morgen wird es mit der Einfahrt nach Istanbul und weiteren 100 km nochmal sehr anstrengend, dann haben wir es aber endlich geschafft.





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