Der große Krater und die Hippies
10.05
“Raus aus den Federn!” ,brüllt die Sonne. Wir müssen uns mal wieder sputen, um einige Kilometer hinter uns zu bringen bevor die Mittagshitze zuschlägt.
Die netten Israelis neben uns schlafen noch und so können wir nur den Zelten winken. Allerdings müssen wir erneut einen Reifen flicken, diesmal ist es Simons... ach geht ja nicht weil Philipp das Reparaturzeug beim letzten Platten hat liegen lassen. So verbrauchen wir unseren letzten Ersatzschlauch und fahren mit dem Gewissen los jetzt bloß keinen Platten mehr zu haben bis wir wieder Flickzeug finden.
Unschön, aber es klappt und wir erreichen Mitzpe Ramon ohne weitere Schwierigkeiten. Hier gibt es einen tollen Gemüse- und Früchtemarkt und auch einen wirklich Supermarkt in dem wir Lebensmitel einkaufen können. Sehr zufrieden mit uns erfragen wir noch neues Flickzeug und bekommen dies in einem sehr kleinen Bedarfshandel für alles Mögliche.
Dann ist es soweit, wir fahren den letzten Kilometer bis zum Krater und können dort angekommen die Sicht genießen. Ein kurzer Jubelschrei entfährt uns, wir sind überglücklich hier zu sein. Zusätzlich treffen wir einen Vater mit seinem Sohn, die gemeinsam am Rande des Gefälles sitzen und Gitarre spielen. Ein schönes Bild!
Die Mittagspause wollen wir im Krater in der Ebene bei einem Wasserloch verbringen und stürzen uns daher in die lange und kurvige Abfahrt. Viel zu schnell sind wir unten und dann sind wir auch direkt am Wasserloch. Schatten gibt es hier nicht und so bauen wir das Außenzelt mit dem Footprint auf und haben so eine Art Tarp gespannt. Trotzdem knallt die Sonne herunter, sodass wir uns unter unserer Kuppel ein wenig wie ein Backofengericht fühlen.
Außerdem sind einige Fliegen vor Ort, welche das Entspannen schwerer machen als gedacht.
Zur Abkühlung geht es daher immer mal wieder in das türkisfarbige und etwas schlammige Wasser, allerdings ist es hier wunderbar und auch überraschend kühl. Neben uns sind noch viele andere Familien und Touristen und so ist man auch nicht alleine. Zudem können wir Shimon, den netten Israeli der uns seine Adresse gab, erreichen und dürfen morgen bei ihm zu Gast in seinem Kibbutz Lotan sein.
Richtig toll gelaufen!!!
Gegen 17:00 Uhr können wir dann endlich wieder aufbrechen, packen unser Zeug zusammen und wollen den Abend entspannt ausradeln.
Falsch gedacht! Keine zwanzig Minuten nachdem wir losgefahren sind hält ein weiterer netter Israeli mit dem Auto an und fragt ob wir noch Wasser brauchen.
Wir nehmen es gerne an und er erzählt uns, dass er unterwegs zu einem Hippie-Festival im Shittim Ashram ist, welches nur einmal jährlich stattfindet.Dort gäbe es auch einen Campingplatz. Er fragt ob wir auch kommen wollen, wir verneinen jedoch zuerst, da die Strecke bis dahin noch 56 Kilometer beträgt. Zudem wollten wir dort erst morgen zur Mittagspause sein.
Doch der Gedanke lässt uns nicht mehr los, die Strecke lässt es zu und so geben wir richtig Gas, um schnellstmöglich dort zu sein. Der Sonnenuntergang ist wie immer ein Highlight, dann fahren wir durch das Zwielicht und schließlich in voller Dunkelheit mit fantastischem Sternenhimmel. Gegen 21 Uhr erreichen wir schließlich das Gelände des Ashrams. Zuerst will man uns mit den Rädern nicht durchlassen, nach einigem Erklären klappt es jedoch und wir beschließen zuerst das Zelt aufzubauen bevor wir zu den Ticketständen gehen. Eine gute Entscheidung!
Die Tickets sollen 40 Euro pro Person kosten und das Festival endet morgen. Eigentlich ein fairer Preis für ein Festival von drei Tagen Länge, für uns macht es jedoch gar keinen Sinn, denn auch das Essen im Festivalinnenraum müsste gekauft werden.
So gehen wir etwas zerknirscht zurück zu unserem Zelt, immerhin haben wir uns erfolgreich auf den Zeltplatz geschlichen. So verzehren wir ein sehr karges Mahl, Brot mit einem Rest grüner Tapenade und legen uns ins Bett. Lange fällt es uns schwer einzuschlafen, da das Festival sehr laut ist, mit den Oropax bzw. ein wenig Hörspiel im Ohr gelang es uns aber dann doch ins Land der Träume einzutreten.








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