Einfach weil es Freitag ist!

03.05

Wir haben viel vor heute, also wollen wir etwas früher los. Als wir uns alle gerade fertig machen und doch etwas länger brauchen als gedacht klappert plötzlich die Badtür. Philipp rüttelt von innen daran. Alles okay? Nein! Der Schlüssel ist abgebrochen.
Vergeblich versuchen wir die Tür aufzumachen, doch sie bleibt verschlossen. Google wusste wahrscheinlich schon genau was los war denn wir alle fingen an, uns dort über die Bauweisen von “Skeleton Locks” zu informieren und wie man diese am besten knackt. Schutzkappen abschrauben, Sicherheitsbolzen hochdrücken und dann stark nach innen schieben. Hm, mal sehn. Ein Stück Draht, welcher eigentlich für das Zusammenhalten beim Fahrradkette reparieren gedacht ist, dient als Dietrich und nach einigen Versuchen bekommt Simon die Tür dann tatsächlich auf. Danke Google! Wie in einer schlechten Sitcom fallen wir uns in die Arme und lachen. 

Um die neu gewonnene Freiheit zu genießen schwingen wir uns auf die Räder / Roller und düsen gen Norden zum Bucke Café. Dieses liegt nah beim Yarkon Nationalpark und ist anscheinend nicht nur bei uns beliebt. Wir tragen uns brav auf die Warteliste ein und nehmen einen großen Becher von der selbstgemachten Limo, die für die Wartenden bereitsteht, schonmal sehr lecker! 
Nach kurzer Zeit dürfen wir auch schon Platz nehmen auf dem King Sofa und überblicken das Café erwartungsvoll. Es folgt das mit Abstand beste und preiswerteste Essen in ganz Tel Aviv. Rührei, Süßkartoffel, Auberginen, Tahin, Feigen, Salat, leckeres Brot und natürlich Humus! Wir sind im Himmel, oder eher Shamayim.
Eine Gruppe Amerikanerinnen neben uns bestellt Tequila shots. 11 Uhr morgens, na klar. Kurz darauf steht der Bartender mit den Shots in der Hand vor uns, die Amis waren weg und so bekamen wir sie eben. Regt ja die Verdauung an. Es läuft gute Musik, die Mitarbeiter und manche Gäste singen auf Hebräisch mit, die Stimmung ist fantastisch. Dann versammeln sich alle Kellner im Kreis, einer steigt auf den Tisch, alle trinken einen Shot, schreien irgendetwas und werfen Servietten in die Luft. 
Hast du Geburtstags heute? Der Kellner antwortet: Nein, es ist einfach Freitag, wir feiern den Freitag eben!  Da könnten wir uns auch dran gewöhnen.
Danach bekommt nochmal (!) jeder im Restaurant einen Shot und schließlich steigen wir wieder etwas benommen auf unsere Gefährte. Echt ein Erlebnis!

Nun geht es zum Yarkon Park, einer riesigen Grünanlage im Norden der Stadt. Hier kann man ganz wunderbar hindurch radeln und rollern, mit Ausblick auf die Parkanlage und die Wolkenkratzer im Hintergrund. Eine Ballonfahrt wird angeboten und es gibt unzählige Spielplätze. Wir cruisen im geoßen Halbkreis einmal durch die Anlage und richten unseren Blick wieder auf das Meer, welches man von hier aus komplett auf angenehmen Radwegen durch den Park erreichen kann. Am Ende geht es noch durch eine kleine Palmenallee und wir stehen am Hafen von Tel-Aviv. Hier ist alles sehr schön hergerichtet und wir beginnen unseren Weg die Küste hinunter, nun gehend.  Am Metsitsim Strand legen wir eine wohl verdiente Badepause ein und genießen das warme Wetter.

Uns gelüstet es jedoch schon bald wieder nach etwas Essbarem und so ziehen wir weiter, zum südlich gelegenen Carmel Market. Dieser verkauft wider Erwarten des schnellen Lesers leider kein Karamell, sondern ist ein ganz “normaler” Markt. Wir schlendern hindurch und lassen uns berieseln vom Lärm der Verkäufer, den besonderen Gerüchen und den gelegentlichen Schubsern. Ein in einer Seitengasse gelegener Imbiss erregt unsere Aufmerksamkeit und so gönnen wir uns bei Mitch Lebanese Kebab einen eben solchen und sind nicht enttäuscht! 

Philipp muss nun ein paar Sachen erledigen und Flüge buchen, weshalb Simon und Verena schonmal an den Strand vorgehen um den Sonnenuntergang anzusehen. Später vereinen wir uns wieder am Banana Beach. Hier soll Abends oft was los sein, heute jedoch wohl nicht. So genießen wir einfach nur die Stadt bei Nacht und landen wie zufällig bei unserem neuen liebsten Eisladen Anita. Da kann man natürlich nicht einfach vorbei gehen und so werden ein paar besonders tolle Eissorten probiert, die einem die Verkäufer teilweise erst auf Nachfrage verraten.

So klingt der Abend gemütlich aus und wir fallen schließlich erschöpft ins Bett. Morgen erwartet uns noch ein weiterer ereignisreicher Tag samt Busfahrt nach Jerusalem. Schon relativ verrückt was wir machen denken wir immer wieder. Aber so schön!












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