Künstlicher Hügel im Frühling

01.05

Tag der Arbeit in Deutschland. Für uns eher Tag des grandiosen Essens. 

An unserem ersten Tag hier geht es in die Altstadt von Tel Aviv nach Jaffa. Die Free Walking Tour soll um 10 Uhr starten, also brechen wir mit den Rädern früh auf um noch lecker im Cafe Puaa im selben Viertel essen zu können! 
Wir sind froh hier wieder in einer Stadt zu sein, die man perfekt mit dem Rad oder einem Elektroleihroller, welche überall in der Stadt verteilt sind, erkunden kann. Zudem ist Tel Aviv-Jaffa mit 430.000 Einwohnern keine zu große Stadt, sodass wir schnell am Cafe ankommen. Das Kibbutz und das Sabbich Frühstück sind wirklich lecker und das Cafe mitten in der Altstadt perfekt gelegen. Vollgegessen geht es weiter. Wir sind bereit für Kultur.

Als wir schließlich am Treffpunkt der Tour, dem antiken Glockenturm, angelangen finden wir heraus, dass das Internet gelogen hat und die Tour erst eine Stunde später beginnt. Also vertrödeln wir die Zeit am nur eine Minute entfernt gelegenem Strand und halten zum ersten Mal unsere Füße ins Wasser. 
Ausserdem haben wir ein Spitzenententertainment inklusive. Eine Reisegruppe von Mittvierzigern macht angefeuert von einer Animateurin am Strand Gruppenspiele. Selten haben wir so unkoordinierte Menschen gesehen, es ist besser als Reality-TV und wir kommen aus dem Lachen nicht heraus.

Durch unser Unterhaltungsprogramm ist die Stunde verflogen und wir sind wieder am Treffpunkt, diesmal mit rund 40 Leuten die sich auf zwei Gruppen aufteilen. Unser Guide ist ein cooler Local der in Tel Aviv Architektur und Geschichte studiert hat. Der zweistündige Rundgang führt uns durch das alte Jaffa, durch kleine Gassen voller blühender Blumen. Fast könnte man meinen, man sei in einem kleinen Dorf in der Toskana. Die Altstadt ist so schön erhalten und belebt, da die Regierung dieses Land verschiedenen Künstlern geschenkt hat, damit diese sie aktiv erhalten und mit Leben füllen. Allerdings ist dieser Teil Jaffas mit Abstand der schönste. Die anderen 80 % sind eher die Slums der Metropole. 

Durch die urigen Gässchen geht es weiter bergauf. Der Hügel auf dem sich die heutige Altstadt befindet ist zugleich einer der Namensgeber der Stadt. Er wird als „Tel“ bezeichnet, der hebräische Begriff für einen künstlich entstandenen Berg. Mit jeder Eroberung wurde viel Architektur der Stadt zerstört und so nach einer Renaturierung durch Sand die Stadt über die Reste des alten gebaut. So entstand die künstliche Erhebung, weswegen der komplette Altstadtbereich noch immer eine aktive Ausgrabungsstätte ist. 

Auf der Spitze angekommen hat man neben der St. Peters Church einen wunderbaren Blick auf die Altstadt, die Meeresküste und im Hintergrund die Wolkenkratzer des neueren Teils der Stadt. Auch dieser moderne Teil findet sich im Stadtnamen unter dem Wort Aviv, was Frühling bedeutet, wieder. Sozusagen alt und neu... Tel Aviv. Hier ereilt uns noch die Info, dass Verena nicht wie geplant ankommen wird und erst nachts Tel Aviv erreicht. Schade... wir hatten uns auf den gemeinsamen Abend gefreut. Dafür dann aber morgen !!!

Zum Abschluss geht es durch den Flohmarkt Jaffas wieder zurück zum Uhrturm. Dort besteigen wir wieder die Räder und radeln an der Strandpromenade entlang um zum besten Eisladen der Stadt zu kommen: Anita!! 
Das Eis dort ist super lecker, die Auswshl riesig und der Preis leider nicht billig. Allerdings schlägt die Qualität alles, also wir genießen die kühle Erfrischung und schlendern anschließend kurz durch das anliegende Viertel Neve Tsedek. Trotz Sonnencreme bei Philipp und ohne bei Simon holen wir uns beide einen Sonnenbrand. Daher entscheiden wir uns dazu, eine der großen Shoppingmalls am Dizengoff Square zu besuchen und dort vielleicht endlich wieder eine Action-Kamera zu finden. 

Die Kühle des Kaufhauses umfängt uns wohltuend, alles andere ist aber eher unentspannt. Es gibt keinerlei Informationen über die Geschäfte und wo diese zu finden sind, dazu sind es sehr viele kleine Läden über zwei Gebäudekomplexe verteilt. Wir finden uns kaum zurecht und irren gute zwei Stunden durch die Geschäfte. Als Ausbeute stehen am Ende dann aber doch eine neue GoPro und extra Wassersäcke für unsere Tour durch die Wüste zu Buche. Also kann die Reise gesichert weitergehen. 

Nach dem anstrengenden Einkaufen muss der Magen versorgt werden. Wie gut das einer der besten Falaffel- und Schawarma-Läden hier direkt um die Ecke liegt. Bei Sabih Frishman ist es total urban, viele Locals holen sich in dem Garagenrestaurant ihr Sandwich und die Speisekarte ist nur auf hebräisch verfügbar. Immer ein sehr gutes Zeichen! Noch dazu ist es eine vergleichsweise billige Mahlzeit. Ansonsten tut das Essen gehen hier trotz des kulinarischen Genusses schon etwas weh. 

Gestärkt geht es ins Appartement zurück um die Einkäufe loszuwerden und dann nichts wie weiter an den Strand um den Sonnenuntergang zu erleben. Dort kommen wir gut zur Ruhe, doch sobald die Sonne verschwunden ist, wird es etwas zugig. Daher treten wir den Heimweg an und beenden den Tag mit Planungen für die weiteren Tage und die aanschließende Fahrt durch die Wüste. Wir legen uns ins Bett und freuen uns, wenn Verena morgen früh nach viel zu langem Flug endlich zu Hause uns stoßen wird. 














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