Kupfergräber mit Laseraugen
12.05
Was für ein wunderbarer Tag gestern. Wir wachen auf in unserem kleinen Zimmer und finden einen Zettel von Simon auf dem Küchentisch. Er wünscht uns noch eine gute Reise und einen “perfekten Tag”. Nach wie vor begeistert von unserem tollen Gastgeber machen wir uns ein paar Eier und essen Cornflakes in der morgendlichen Sonne.
Etwas später als sonst brechen wir dann auf. Auch heute haben wir keinen allzu langen Weg vor uns und halten nach circa 30km an der Einfahrt zum Timna Nationalpark an. Es ist mittlerweile wieder brütend heiß geworden und die Straße zum Parkeingang geht lange bergauf. Angekommen am Besucherzentrum werden wir jedoch belohnt: Da wir unsere eigenen Räder dabei haben, ist der Eintritt günstiger, wir können unser Gepäck hier lassen und bekommen eine Flasche Wasser und Datteln in die Hand gedrückt.
Kurz darauf werden wird uns nahe gelegt, den Intro-Kinofilm im Gebäude nebenan zu schauen. Was folgt ist ein wirklich gut gemachter, jedoch schrecklich überspielter Film über einen Parkranger, der in der Zeit zurück reist und die alten Zivilisationen, die hier nach Kupfer gruben, kennenlernt. Spätestens in dem Moment, als er von einer lebensgroßen ägyptischen Figur durch rote Laser, die aus ihren Augen schießen, wieder zurück in die Gegenwart befördert wird, sitzen wir auffällig kichernd in unseren Sitzen. Die gleiche Figur existiert auch gleich 2 Mal hier im Kinosaal und leuchtet nun bedrohlich rot mit den Augen und bewegt ihr Zepter. Wir sind hin und weg!
Kurz darauf fahren wir mit unseren Rädern in den Park hinein. Es gibt wirklich viel zu sehen und die Landschaft erinnert an Filme wie Star Wars oder der Marsianer, auf jeden Fall außerirdisch. Wir bestaunen pilzförmige Felsen und Steinbrücken und klettern sogar durch einen kleinen Canyon. Auch die Ausgrabungen der alten Minen und Gebäude sind sehenswert. Es ist zwar eigentlich die falsche Tageszeit, um auf dem Mars herumzufahren, aber wir wollen uns das hier nicht entgehen lassen.
Endstation ist eine große Oase samt See. Leider ist hier schon soviel drum herum planiert, dass es eher wie ein angelegter Teich aussieht. Uns interessiert aber vor allem das Restaurant, wo wir uns ein paar erstaunlich erschwingliche Falafel gönnen. Anschließend verbringen wir noch einige Stunden mit kostenlosem Tee auf den Bänken vor dem Restaurant und bekommen mal wieder Essen von anderen Leuten, was wir natürlich gerne annehmen. Unter anderem dürfen wir die berühmte Schokomilch aus Yotvata probieren, schmeckt wie Kakao finden wir.
Die Zeit verfliegt und wir müssen wieder zurück, da das Besicherzentrum schon um 4 Uhr zu macht. Dort angekommen holen wir unsere Taschen wieder ab und schlagen noch eine Stunde vor dem Gebäude tot, bevor wir gegen 5 Uhr Richtung Eilat aufbrechen.
Die Straße ist hier relativ viel befahren und oft begrenzt eine Leitplanke den sowieso schon schmalen Seitenstreifen. Aber auch diese nicht so entspannten Kilometer sind relativ schnell geschafft, da wir heute ausnahmsweise Mal Rückenwind haben. Und so sind wir pünktlich zum Sonnenuntergang an der jordanischen Grenze. Der Plan ist, heute nach Aqaba zu kommen und morgen Simons Cousine in Petra zu treffen.
“Erstmal Reisepass”, ist die Devise am Grenzübergang. Bis wir in Jordanien sind müssen wir 25€ Ausreisegebühr zahlen und ganze 7 Mal unsere Dokumente zücken. Vor allem auf der jordanischen Seite sind die Beamten aber sehr entspannt und wir müssen erstmal warten, bis sie vom Essen zurück sind. Danach macht uns ein anderer Reisender direkt Angebote, um unser Fahrräder zu erwerben, wir lehnen jedoch höflich ab. 100 Dollar waren auch etwas wenig!
Irgendwann haben wir es dann geschafft, dürfen am Checkpoint hinter der Grenze noch ein letztes Mal unsere Pässe präsentieren und fahren vor Glück strahlend den Bergen entgegen. Die Sonne erreicht uns gerade so nicht mehr, was gut tut, dafür aber die Berge, die uns rot glühend in ihrem Land willkommen heißen. Wir sind begeistert und fahren beschwingt die letzten 10 Kilometer bis zu unserem Hostel.
Wir werden von den beiden Brüdern, die das Hostel führen, empfangen und zu unserer unbeschreiblichen Freude gibt es ein leckeres Abendessen für alle. Die Bäuche voll und schon die anderen Gäste kennengelernt, planen wir noch ein bisschen den morgigen Tag und gehen dann auch schon schlafen.










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