In diesem Hinterland!
01.06




Endlich weiter. Ich habe es schon gestern gemerkt, es wird Zeit sich wieder zu bewegen. Gegen 9 Uhr bin ich mit allem fertig, zu meinem Abschied gab es passend nochmal ein Pancake-Frühstück. Ich schlage mir den Bauch voll um nicht so schnell wieder Hunger zu bekommen. Dann heisst es, dass Rad aus dem dritten Stock wieder nach unten tragen, Taschen anhängen und aus der eigentlich zu engen Hauseingangstür schieben. Mich umfängt der Morgenverkehr der Stadt und so muss ich mich gleich voll konzentrieren um die Autofahrer nicht zu belästigen. Ich brauche fast eine Stunde um die Stadt hinter mir zu lassen, währenddessen kann ich noch dem Stadion, den Kirchen und dem Gazprom-Tower winken. Im weiteren geht es fortwährend immer am Wasser des finnischen Meerbusens entlang.
Die Straße ist einigermaßen befahren, es gibt hier aber einen extra Fahrradweg am Strand entlang, auf dem neben mir noch viele andere Wochenendurlauber unterwegs sind.
Es ist ein sonniger Tag, leider mit nur Gegenwind, sodass ich mich sehr anstrengen muss um auf meine Meter zu kommen. Daher mache ich öfters kleine Pausen, wobei sich der Strand und das Meer perfekt anbieten. Die Aussicht mit der Sonne im Gesicht genießen und eine Riegel essen ist schon was feines!
Mein heutiges Ziel liegt irgendwo vor der Stadt Primorsk, welche ungefähr 130 km von Sankt Petersburg entfernt liegt. Je näher ich der Stadt komme, desto einsamer und grüner wird es. Streckenweise fahre ich komplett alleine durch den sich immer wieder verändernden Wald, welcher oft von natürlichen Tümpeln mit Schilf durchzogen ist.
Öfters bekommt man aber auch die Vegetation des Nordens, mit seinen flacheren Pflanzen wie Büschen auf steinigerem Boden, zu sehen. Mir gwfällt es hier sehr, bis auf die Geräusche des Waldes ist nichts zu hören und ich bleibe hin und wieder stehen um auf etwas zu lauschen, worauf weiß ich aber selbst nicht so richtig.
Nach 100 km treffe ich dann ein Pärchen aus Kolumbien, die schon seit zwei Jahren durch die Gegend fahren und gerade ihre Zeit im Schengenraum beendet haben. Wir haben ein kurzes Gespräch, tauschen Infos über den Weg und die Ziele unserer Reise aus und beglückwünschen uns gegenseitig zum bereits Geschafften.
Kurz nachdem wir uns verabschiedet haben, mache ich dann Abendessen an einem kleinen überdachten Tisch am Wegesrand. Viele Moskitos umfliegen mich, haben aber anscheinend Respekt vor dem russischen Insektespray. Vielen Dank Natalias Mama!!!
Keine 10 km später finde ich dann meinen Schlafplatz direkt am Meer unter ein paar Bäumen. Noch andere sind an diesem natürlichen Rastplatz als ich ankomme, mit der Zeit fahren sie aber alle weg, sodass ich gegen 22 Uhr schließlich alleine bin. Leider beginnt es zu regnen und mir schwant böses, da ich weiß, dass es morgen regnen soll. So früh hatte ich das aber nicht erwartet und kann daher noch länger nicht einschlafen. Wie es mir dann doch gelingt, weiß ich nicht, allerdings hab ich schon jetzt keine Lust auf einen verregneten Morgen. „Vielleicht kommt es ja nicht so dicke!“, denke ich noch... die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
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