Von Märkten und Kirchen
05.06










Mit leicht kratzendem Hals wache ich auf, leider war es in meinem Kellerzimmer etwas kühler als gedacht. Außerdem war ich durch die Mate etwas zu lange wach, trotzdem schaffe ich es gegen 10 Uhr das Haus zu verlassen. Der Bus den ich bis zur Metro nehmen möchte fährt einfach an mir vorbei, da ich ihm anscheinend meinen Willen einzusteigen nicht deutlich genug klargemacht habe... toll!
Daher laufe ich die halbe Stunde bis zur Station in Espoo und fahre Richtung Stadt. Die Metrostationen hier sind ganz anders als in den Metropolen Russlands, hier herrscht ein neuerer, hellerer Stil mit großen Lichtinstallationen vor. Mir persönlich gefällt auch diese Art der Gestaltung sehr gut, zumindest besser als in Deutschland.
Keine 20 Minuten später verlasse ich die Metro im Herzen der Stadt an der Universität von Helsinki. Ich wende mich zunächst nochmals dem Senatsplatz und dem Dom von Helsinki zu, da beides auf meinem Weg zum Hafen liegt. Die Stadt ist belebt, schafft es aber wegen der vielen Grünflächen keinen gedrängten Eindruck zu hinterlassen. Am Hafen ist heute Markt, vorwiegend Gemüse und Obst wird verkauft. Für den astronomischen Preis von 6 Euro ergattere ich ein paar Erdbeeren und schlendere am Hafenbecken entlang zum nächsten, diesmal überdachten, Markt mit dem Namen Vanha Kauppahalli. Hier gibt es vor allem Delikatessen wie zum Beispiel Lachs oder Rentiersalami. Von letzerem probiere ich ein Schälchen und überlege, wie es nun weitergehen soll.
Ich entscheide mich dazu, der Temppeliaukio-Kirche einen Besuch abzustatten und auf diesem Weg kurz bei der Kapelle des Schweigens zu stoppen. Bei dieser Kapelle handelt es sich um einen ziemlich neumodernen und mit Holz verkleideten Bau, welcher für kleine Andachten oder auch Konzerte genutzt wird. Sonntägliche Gottesdienste finden hier aber nicht statt. Nach weiteren zehn Minuten Laufweg, unter anderem am Kiasma Museum für moderne Kunst vorbei, erreiche ich die berühmte Kirche, die in einen Steinhügel hineingebaut wurde. Auch im Inneren des Gebäudes ist der rohe Stein noch überall gegenwärtig und macht den besonderen Charme dieser Kirche aus. Vom Stil her wird sie dem späten Expressionismis zugeordnet und gilt als eines der herausragenden Beispiele finnischer Architektur.
Zudem spielt hier eine Frau auf einem harfenähnlichen Instrument und so ist die Kirche von einem sehr beruhigenden Klang erfüllt. Ich bleibe zwischen den ganzen Touristen fast 1,5 Stunden sitzen und genieße die Athmosphäre, während ich ein paar weitere Dinge für die Weiterfahrt organisiere. Da ich noch etwas kränklich bin, geht es für mich anschließend zurück nach Espoo und in die WG. Hier habe ich wieder viel Gesellschaft, es ist ein ständiges Kommen und Gehen von Leuten. Ich kümmere mich noch um meine Wäsche, gehe einkaufen und buche mein Fährenticket nach Tallinn für den 7. Juni. So vergeht der Abend und wird zur Nacht. Für morgen bin ich mit Philipp verabredet und so freue ich mich beim Einschlafen schon sehr auf das baldige Zusammentreffen.
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