„Vorsicht, ein Elch!“
03.06







Summen in der Luft, Sonne auf der Kuppel. So lässt es sich aufwachen. Ich schlummere noch ein wenig im sich aufwärmenden Zelt, dann muss ich raus, damit ich beim Abbauen nicht zu schwitzen anfange. Ich stehe mitten in einem mit Löwenzahn übersäten Feld, viele dutzend Bienen umschwirren mein kleines Heim, die Bäuche und Flügel voller gelber Pollen. Teilweise sind die Pollenhöschen so voll, dass sie kaum wieder vom Löwenzahn abheben können. Ich schaue ihnen bestimmt 20 Minuten beim fliegen und sammeln zu, es sind einfach tolle Tiere. Dann wird abgebaut, aus dem Feld geschoben und weitergefahren.
Gefrühstückt wird nach 20 km mitten auf dem Fahrradweg, welcher immer entlang der Straße 170 verläuft, ich sehe viele bepackte Radler so wie mich, allerdings kommen sie mir fast alle entgegen. Es wird wärmer und wärmer, sodass ich mich noch ein zweites Mal eincremen muss. Damit hatte ich nach gestern nicht wirklich gerechnet. Die Fahrt geht leicht hügelnd durch Täler und kleine Erhebungen, verstreut sieht man Gehöfte, die denen von Michel aus Lönneberga ähneln. Aus karmesinrot angemalten Holz mit weißem Gibel betehend und mit viel Grün darum herum ist es ein wahrer Naturtraum. Ich liebe diesen Stil wirklich, dass wird mir hier wieder sehr bewusst. Trotz dieser Vegetation bin ich nah am Meer und kann oft die salzige Luft riechen, zudem geht es öfters über kleine Brücken, welche über die sich ins Inland vorwagenden Meereinmündungen gebaut wurden.
Zweimal versuche ich über den Highway abzukürzen, etwas, mit dem die Finnen keinen Spaß verstehen und mich sehr offensiv dafür anhupen. Kann man bei dem tollen Fahrradwegenetz aber auch verstehen und ich beuge mich den Konventionen. Zudem wird einem unermüdlich eingebläut auf die Elche, welche die Straße kreuzen könnten, Rücksicht zu nehmen... und zwar für die nächsten 40 km.
Insgesamt komme ich an den zwei größeren Ortschaften Loviisa und Porvoo vorbei, bei ersterer mache ich mein Mittagsnickerchen, kurz nach der zweiten finde ich nach langem Suchen endlich einen geeigneten Schlafplatz. Ich muss dazu etwas nach oben schieben, habe dafür aber einen guten Überblick auf die nahe Straße und die Umgebung. Das Abendessen genieße ich auf einem größeren Felsen und spüre wie die Sonne in meinem Rücken versinkt. Ich checke den Wetterbericht und sehe eine 0 Prozent Regenwahrscheinlichlkeit für die heutige Nacht und den morgigen Tag, an dem ich in Helsinki ankommen werde. Zufrieden und um den Fakt wissend, dass es nur noch 52 km bis in die Stadt sind, geht es schlafen.
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