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4.000 km

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24.05 Die weißen Nächte haben mich spät einschlafen lassen, durch das leichtgraue Zelt gibt es wenig Dunkelheit, so wache ich aber morgens auch sehr gut auf. Der leichtgraue Himmel begrüßt mich verhalten, dafür ist es ziemlich perfektes Radfahrerwetter. Auch der Wind hat nachgelassen und weht mir eher angenehm in das Gesicht, nachdem ich wieder auf die Straße geschoben habe.  Ich schaue auf die Uhr. 8:30 Uhr... ich werde wieder früher denke ich. Eigentlich soll es heute nach Kretzy gehen, doch schon nach wenigen Kilometern merke ich, dass meine Muskulatur heute zu mehr in der Lage ist. So fahre ich, vorbei an schönen Kirchen, welche teilweise noch im Bau sind, netten Örtchen mit lustig verlegten Leitungen entlang der Straße, die immer wieder höhergelegt werden müssen, damit Autos aus Einfahrten herauskommen können, immer entlang der „einen“ Straße gen Nordwesten.  Ich erreiche den Waldai-Nationalpark.  Hier gibt es viele kleine Seen, verstreut liegen Gehöfte welche mich a...

Der wilde Wald

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23.05 Ein kurzer Schauer in der Nacht beschert mir einen kühleren Morgen und ein etwas feuchtes Überzelt. Trotzdem ist der Boden ziemlich trocken, als ich das Rad zurück auf die Straße schiebe. Vorne links abbiegen und dann bin ich wieder auf meiner Straße in Richtung Petersburg. Heute steht der Wind ungünstiger und ich habe mehr Gegenwind als mir lieb ist. Die Natur wird wilder, die kleinen Häuschen sind verfallener oder schon komplett zusammengebrochen.  Trotzdem ist es hier wunderschön. Viele Fichten und Birken wechseln sich zwischen kleineren und größeren Seen miteinander ab und ich merke, dass ich nördlicher komme. Zumindest fühlt es sich so an.  Die Mittagspause ist nach 70 km in Wyschni Wolotschok geplant, bis dahin ist es hügeliger als die letzten Tage. Kurz vor dem Ort sehe ich den ersten anderen Radfahrer seit Moskau. Es handelt sich um einen jungen Arbeiter auf einem viel zu kleinen Fahrrad. Relativ schnell hole ich auf und bin an ihm vorbei, während er mir etwas we...

Das kleine Örtchen Tver

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22.05  Mein Tag beginnt gegen 8:00 Uhr morgens, fahrbereit bin ich um 9:15 Uhr. Die Nacht war wegen der nahen Straße und die vorbeifahrenden LKW ein wenig laut, irgendwie habe ich aber trotzdem relativ gut geschlafen. Ich bin noch keine zwei Kilometer gefahren, als ich an den großen, hier fast seenartig ausgebreiteten Fluss Wolga gelange. An dieser Stelle ist um mich herum nur Natur, mal abgesehen von der Straße auf der ich fahre. Alle Pflanzen erstrahlen im satten Grün, viele davon sind in der Blüte und so sehe ich auch viel weiß und lila mit sich tummelnden Bienen und Hummeln darum herum.  Meine erste große Station für heute ist die Stadt Tversein, welche ich nach 58 km erreichen soll. Zwischendurch mache ich zwei bis drei kleine Pausen zum Frühstücken und Beine verteten. Der Gegenwind aus Nordwesten macht die Fahrerei deutlich schwerer, trotzdem passen meine Leistungen bisher und so komme ich damit zurecht.  Gegen 12 Uhr erreiche ich Tver, bei der Seinfahrt geht es zun...

Seitenabstand und Zebrastreifen

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21.05 Endlich geht es wieder aufs Rad!  Die Nacht war irgendwie trotzdem, oder vielleicht genau deswegen, unruhig und so brauche ich etwas um in Schwung zu kommen. Gegen 9:30 Uhr bin ich fahrbereit und stürze mich in den Moskauer Verkehr.  Aus den Städten herauszufahren ist immer so eine Sache, hier und heute stört es mich aber gar nicht, sodass ich trotz der eineinhalb Stunden, die ich benötige um die Stadtgrenzen zu erreichen, weiterhin entspannt vor mich hin fahre. Viele neugiere Blicke folgen mir, Radtourismus ist wohl keine große Sache hier. Die Straßen sind stark befahren, das ändert sich natürlich auch nicht als ich den Highway M11 erreiche, welcher bis nach Sankt Petersburg führt. Ähnlich wie Mautstationen sind hier Autokontrollpunkte mit Kameraüberwachung, aber die gelten für mich doch wohl nicht oder?  Keine zwanzig Minuten später werde ich von einem mir hinterhergefahrenen Polizisten aufgefordert die Straße zu verlassen. Mist! Aber er gibt mir den Tipp, dass un...

Die unterirdische Stadt

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20.05 Alles steht im Zeichen des Rades. Mein letzter Tag in Moskau beginnt und es müssen einige Dinge vor der Abreise erledigt werden. Zunächst muss die finale Folge von Game of Thrones angeschaut werden, damit ich später gefahrenlos das Internet benutzen kann. Ich weiß ja schon, das mein Fahrrad angekommen ist, noch will ich die Transportbox aber, wegen der diffusen Angst dass etwas nicht stimmen könnte, nicht aufmachen.  Nach den eineinhalb Stunden semilegalen Streamens wage ich mich aber doch daran. Ein großes Gefühl der Zuneigung kommt auf, als ich das Rad wieder aus der Box heben kann, alles sieht gut aus... JOKE!  Die Idioten haben eine meiner Hydraulikbremsen kaputt gemacht, etwas, was ich ohne professionelles Werkzeug nicht reparieren kann. Zum Glück habe ich gestern schon Velomir, ein Radgeschäft in der Gegend, ausfindig gemacht und nachdem das Rad zusammengebaut ist, geht es direkt in diese Richtung los. Zudem bietet mir die Strecke die Möglichkeit Moskau auf seine F...

Moskau, du bist wunderbar!

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19.05 Heute wird erstmal richtig in den Tag gelenzt, der gestrige Trip hat mich mehr angestrengt als gedacht und ich erwache gegen 10 Uhr. Direkt geht der Griff an den Hörer, der Flughafen wird angerufen und nach 10 Minute weiß ich, dass mein Fahrrad nun im Delivery Center von Aeroflot in Moskau steht und mir heute Nacht zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens geliefert werden soll. Zum Glück besitzt das Hostel eine 24 Stunden Rezeption und so kann ich mich heute Abend einfach schlafen legen und hoffen am nächsten Morgen wieder mobil zu sein.  Danach will die Wäsche gemacht werden, doch auch die kann ich einfach gegen eine Gebühr im Hostel waschen und trocknen lassen. Anschließen wird sie mir ans Bett gestellt, was ein Service!  Gegen 12 Uhr mache ich mich, nach einem Telefonat mit der Heimat, auf den Weg Richtung der neuen Innenstadt Moskaus mit ihren Wolkenkratzern. Dort soll ich mich mit Anna treffen die ihren freien Tag damit verbringt mir diesen Teil der Stadt zu zei...

Zwiebeltürme und pralle Farben

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18.05 Augen auf und rein in den Tag! Ich fühle mich ausgeruht, trotzdem macht mir die Radsituation Bauchschmerzen. Erst gegen Mittag/Frühabend solle ich anrufen, da es Samstag und damit Shabbat in Israel ist, was bedeutet das in Tel-Aviv heute keiner arbeitet.  Also bleibt mir nichts übrig als mir eine schöne Zeit zu machen. Ein schnelles Omelette zum Frühstück, dann hinaus und rein in den Tag. Es ist herrliches Wetter, 23 Grad und wolkenlos. Mich zieht es direkt auf die Brücke neben dem Hostel, von der man sowohl einen tollen Blick auf den Kreml, als auch auf die Erlöserkathedrale hat. Dann geht es die Treppen hinuter ans Wasser und entlang der roten Kremlmauer Richtung des ebenso roten Platzes, dem Zentrum Moskaus.  Einmal nach links an der Mauer vom Fluss weg abbiegen und man steht direkt vor der Basilius-Kathedrale mit ihren vielfarbigen Zwiebeltürmen. Ich bin in Schockstarre ob der vielen Sehenswürdigkeiten an einem Ort. Diese verstärkt sich noch als ich mittig ...